Walk with me: Dokumentarfilm über die achtsame Gemeinschaft im buddhistischen Kloster Plum Village

Filmplakat

„Walk with me“ ist ein Dokumentarfilm über die achtsame Gemeinschaft im buddhistischen Kloster Plum Village in Südfrankreich. Das Kloster wurde 1982 von dem  vietnamesischen Zenmeister Thich Nhat Hanh gegründet. Der Mönch durfte nach einer USA-Reise in den 1960ern nicht mehr in seine Heimat zurückkehren.

Der Film wurde von den Regisseuren Marc Francis und Max Pugh wie eine lange Bildmeditation angelegt. Er zeigt den Alltag der Nonnen und Mönche. Der Zuschauer soll eintauchen in die Welt von Plum Village und dabei für 94 Minuten Gast der Community sein.

Ich habe den Film vor Kurzem in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden gesehen und finde, die Regisseure haben ihr Ziel erreicht.

Achtsame Dreharbeiten

„Wir mussten unsere Vorstellung davon, wie man Filme macht, vollkommen über Bord werfen,“ stellt Regisseur Max Pugh fest. Sein jüngerer Bruder wurde 2008 in Plum Village zum Mönch ordiniert.

Die neue, fremde Lebensweise des Mönchs hat den Filmemacher dazu inspiriert, den Film zu drehen. Die Ruhe im Kloster und die Haltung die dahinter steckt, haben ihn fasziniert.

Die Arbeiten an dem Film dauerten rund drei Jahre. In dieser Zeit wurden die Filmemacher zu „Film-Entstehen-Lassern“, erzählen die beiden bei einer Veranstaltung des Rubin Museums in New York.

„Wir kamen an einem Montag an und hatten eine Woche für die Dreharbeiten eingeplant,“ erinnert sich Marc Francis. „Aber es war keiner da. Der Mönch mit dem wir im Vorfeld gesprochen hatten, war mittlerweile in den USA. Wir konnten auch niemanden anrufen oder anmailen.“

Also versuchten sie es am Dienstag wieder. Und die Community lud uns ein. „Kommt mit uns in den Wald.“ Am Mittwoch tranken alle in einer Zeremonie vier Stunden lang zusammen Tee. Am Donnerstag waren Pugh und Francis vollkommen frustriert, weil es mit der Arbeit nicht voran ging.

So entschieden die beiden, dass sie ihren Arbeitsstil ändern mussten. Sonst würden sie im Frust untergehen. Sie machten keine Pläne mehr, sondern ließen den Dingen ihren Lauf.

Beim zweiten Besuch in Plum Village genossen sie am Montag den Weg durch die Wälder. Sie tranken am Dienstag stundenlang mit der Community Tee. Und sie freundeten sich mit den Nonnen und Mönchen an.

Wenn sich eine günstige Gelegenheit ergab, filmten sie nebenbei ein bisschen.

Auch inhaltlich wichen sie stark von ihrem anfänglichen Konzept ab.

Die Community als Mittelpunkt

„Zu Beginn der Dreharbeiten stellten wir Thich Nhat Hanh in den Mittelpunkt,“ sagt Marc Francis.

Der Mönch, Dichter und Autor gilt als der bedeutendste buddhistische Lehrer neben dem Dalai Lama. Er wurde bereits 1967 von Martin Luther King für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen und gilt heute als einer der Wegbereiter der Achtsamkeitsbewegung im Westen.

Doch Thay, wie er von seinen Anhängern genannt wird, war mit dem Vorgehen der Regisseure nicht einverstanden. „Die Zeit der großen Führer ist vorbei. Konzentriert Euch auf die Community, sie ist die Zukunft.“

Tatsächlich sind fast alle großen, buddhistischen Lehrer mittlerweile verstorben, schwer krank oder gebrechlich.

Selbst die bekannten Lehrer der Nachfolgegeneration, also der ersten Generation der westlichen Buddhisten, sind oft schon um die Siebzig. Die Buddha Oma, Ursula Lyon, wird im kommenden Jahr sogar schon 90 Jahre alt.

Gleichzeitig gibt es eine große Anzahl von Achtsamkeitstrainer, Coaches, Psychotherapeuten und Yogalehrer, die sich selbst für spirituelle Vorbilder halten. Und viele von diesen Leuten sind leider sehr narzisstisch.

Aber eigentlich wollte ich Euch ja etwas über „Walk with me“ erzählen.

Der Duft von Palmblättern

Um die einzelnen Szenen des Films nicht völlig unkommentiert aneinander zu reihen, suchten die Regisseure nach einer Klammer, die alles zusammenhält.

Sie fanden alte Texte von Thay aus den 1960ern, Ausschnitte aus dem Journal „Der Duft von Palmblättern“. Diese Texte zeigen tiefe Einblicke in das Denken und Fühlen des damals 36 bis 40 Jahre alten Mönches. Sie werden von dem britischen Buddhisten Benedict Cumberbatch (Ja, genau, Sherlock!) gesprochen.

Der Film läuft im Kino in englischer Sprache mit deutschem Untertitel.

Infos über den Film und Kontakt zur Community

Die Caligari Filmbühne, zeigt „Walk with me“ wegen der großen Nachfrage am Sonntag,  14. Januar 2018 um 18 Uhr, noch einmal. Und es gibt den Film mittlerweile auch als DVD.

Einen ersten Eindruck bietet der Trailer. Hier könnt Ihr einen Blick auf das Gespräch mit den Regisseuren im Rubin Museum werfen. Und dort findet Ihr die Kontaktadressen der Community im deutschsprachigen Raum.

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