Rituale: Grüne Soße an Gründonnerstag

Kartoffeln mit Grüner Sosse

An Gründonnerstag beginnt in Hessen die Saison für Grüne Soße. Es heißt, diese feine Kräutermischung soll schon dem Herrn von Goethe geschmeckt haben. Und natürlich hat jede Familie ihr eigenes Rezept.

Da ich aus Franken komme und in Sachen Grüner Soße nicht auf den Schatz meiner Großmutter zurückgreifen kann, habe ich einfach mein eigenes Rezept entwickelt.

Traditionell bereitet man die Grüne Soße aus sieben Kräutern, saurer Sahne und gekochtem Ei. Da ich Milcheiweiß nicht so gut vertrage, rühre ich „meine“ Grüne Soße aus gehackten Kräutern und Öl. Das gibt ein wunderbares Dressing für Kartoffeln.

Meinen Kräuterstrauß kaufe ich bei der Kräuterfrau auf dem Wiesbadener Wochenmarkt. Sie möchte nicht gerne, dass ich ihren Namen nenne. Aber die Wiesbadener wissen bestimmt alle, wer gemeint ist.

Statt dem traditionellen Bündel aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch, mischt sie zusammen, was sie gerade in ihren Gärten hat.

Am Samstag hat sie einen Strauß aus Borretsch, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Giersch, Beinwell, Estragon und Bärlauch angeboten. Im Laufe der kommenden Wochen wird sie ihre Mischung immer wieder ändern. Zur Hochzeit der Kräuter wird der Strauß aus 12 verschiedenen, kleinen Bündelchen und einem Zweiglein Estragon bestehen. (Ich habe das im vergangenen Jahr einmal gezählt.)

Wiesbadener Grüne Soße mit Ei und Kartoffeln (2 Portionen)

1 Strauß Grüne Soße

mindestens 800 Gramm kleine, festkochende, alte Kartoffeln (Die neuen Frühsorten haben noch nicht genug Geschmack.)

4 Eier

Sonnenblumenöl

Einige Tropfen Öl von Zitronen aus kontrolliert biologischem Anbau (Zitronenöl wird aus der Schale der Früchte gepresst, deshalb sollten sie unbedingt unbehandelt sein. Ich verwende das Zitronenöl von Primavera.)

Grüner Pfeffer aus der Mühle

Salz

Zubereitung

Kartoffeln in Dampf garen. Einige Minuten vor Ende der Garzeit die Eier dazu packen. Gleichzeitig die Pimpinelle-Bätter vom Zweig pflücken und die übrigen Kräuter möglichst fein schneiden. (Pimpinelle-Stängel sind zu hart für die Soße, deshalb bekommt die Pimpinelle eine „Sonderbehandlung“.) Das Zitronenöl sorgfältig mit dem Sonnenblumenöl vermischen. Gehackte Kräuter unterheben und die Mischung ein paar Minuten durchziehen lassen.

Kartoffeln pellen und in die Kräutermischung geben. Grünen Pfeffer darüber mahlen und sparsam salzen. Alles mischen. Den Kartoffelsalat mit den gepellten und geviertelten Eiern garnieren.

Guten Appetit!

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