Achtsamkeit im Alltag. Atmen, lächeln, innehalten.

Stabskulptur vor Wolkenhimmel

Das Thema Achtsamkeit ist heute in aller Munde. Und ganz ehrlich: ich bin nicht sicher, ob wirklich alle verstanden haben, über was sie da eigentlich sprechen.

Ich selbst habe den Begriff Achtsamkeit einst bei der buddhistischen Meditationsmeisterin Ayya Khema kennengelernt. Die Buddhisten kennen vier Formen der Achtsamkeit. Achtsamkeit auf den Körper, Achtsamkeit auf die Gedanken und Gefühle, Achtsamkeit auf den Geist und Achtsamkeit auf die Wahrnehmungen des Geistes. Und weil die Achtsamkeit in allen buddhistischen Traditionen eine so große Rolle spielt, gibt es natürlich eine Vielzahl von Achtsamkeitsübungen.

In diesem Text möchte ich Euch das ALI vorstellen. Eine Methode des vietnamesichen Zenmeisters Thich Nhat Hanh (Thay). Er legt großen Wert auf das Üben von Achtsamkeit im Alltag.

Das ALI

Thay ist dafür bekannt, dass er sich immer wieder neue Methoden überlegt, mit denen Menschen Achtsamkeit üben können. Achtsamkeit im Alltag verhilft nicht nur zu mehr bewusstem Sein, sondern auch zu mehr Entspannung. Mein Lieblingsmethode ist das ALI. ALI steht für atmen, lächeln, innehalten.

Bei jedem ALI unterbreche ich für ein paar Atemzüge meine Arbeit, halte inne, besinne mich auf mich selbst, lächle mir zu und achte darauf, was gerade ist. In meinem Körper und in meinem Geist.  Sitze ich schon wieder mit verkrampften Schultern? Hab ich wegen der nahenden Deadline vergessen zu essen und bin hungrig? Ist mein Fuß eingeschlafen? Was rieche ich gerade? Wie fühlt sich mein Arm auf dem Schreibtisch an? Wie die Hand auf der Maus? Bin ich müde? Wach? Nervös? Ängstlich? Und ich frage mich: was um mich herum, ist denn nun in diesem Augenblick wirklich wichtig? Gibt es etwas, das ich jetzt tun sollte? Oder ist es sinnvoll, von etwas Abstand zu halten?

Das ALI kann einige Atemzüge lang sein oder auch ein paar Minuten dauern. Wenn ich es eilig habe, weil viel zu tun ist, sollte es länger sein. Schließlich soll das ALI eine Pause für den Geist schaffen. Getreu dem Motto, meditiere täglich 20 Minuten – wenn Du sehr beschäftigt bist, mindestens eine Stunde.

Im Retreat wird das ALI von einer Glocke angekündigt. Im Büro kann die Aufgabe der Glocke das Klingeln des Telefons oder das Aufploppgeräusch von SMS und Facebooknachricht übernehmen. Und natürlich gibt´s auch jede Menge Apps für Smartphone, Tablet und PC. Ihr findet sie unter der Suchworteingabe „Achtsamkeitsglocke“ oder „Mindfulness Bell“.

Die Achtsamkeits-Glocke als App

Ihr könnt die App jeden Tag neu einstellen und an Eure Bedürfnisse anpassen. Den Start am Morgen, das Ende am Abend und wie lange die Abstände zwischen den ALIs sein sollen. Ihr könnt sogar entscheiden, ob sich die Glocke bei stumm schalten des Smartphones automatisch auch  lautlos stellt oder lieber nicht.

Wenn Ihr das Klingeln des Telefons als ALI nutzt, ist es natürlich sinnvoll, nur kurz innezuhalten, sonst ist der Anruf weg.😉

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