Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt

Weiße Fläche mit farbigen Einsprengseln.

Die Welt durch farbige Brillen auf sich wirken lassen. Das ist eine Übung bei Shambhala, der tibetisch-buddhistischen Schule von Chögyam Trungpa. Der Meditationsmeister Trungpa hat, zusammen mit westlichen Schülern, die Wirkung von Farben auf die Seele erforscht. Man liegt am Boden, eine Brille auf der Nase und blickt in einen rotgefärbten Raum. Oder in einen Grüngefärbten. Oder einen Gelbgefärbten, Blaugefärbten oder Weißen. Und nach einer Weile stellt man fest, dass der farbige Raum auf die Seele wirkt. Die Stimmung ändert sich, abhängig von der Farbe.

Wie Farben wirken

Ultramarinfarbene Fläche mit hellblauer Zeichnung.

Natürlich ist die Wirkung der Farben (in diesem Zusammenhang auch Weisheitsenergien genannt) bei jedem Menschen ein bisschen anders. Gleichzeitig ist eine Zuordnung der Farben zu bestimmten Seelenzuständen möglich. Ich erzähle Euch jetzt einfach mal, wie die Farben auf mich wirken.

Blau schärft den Intellekt. Die sogenannte Vajra-Energie, für die diese Farbe steht, sorgt dafür, dass sich die Konzentration bündelt. Rot steht für Leidenschaft. Die Padma-Energie weckt die Lebensgeister. Gelb (Ratna) nährt, Grün (Karma) wandelt Gedanken in Taten und Weiß (Buddha) sorgt dafür, dass sich Geist und Seele weiten.

Die Facebook-Gruppe #30skizzen

Dunkelgrüne Fläche mit hellgrünem Gekritzel.

Obwohl ich die Wirkung der Farben auf meine Stimmung schon lange kenne, habe ich sie mir bisher noch nie gezielt zu nutze gemacht. Auf diese Idee kam ich erst im vergangenen Jahr in der Facebook-Gruppe #30skizzen von Reaktivzeichnerin Angelika Bungert-Stüttgen, im Netz bekannt als Freiraumfrau. Angelika hatte die Skizzen-Gruppe eingerichtet, um 30 Tage lang ein neues Tablet zu testen. Sie wollte jeden Tag eine Skizze machen und die Gruppe sollte dafür sorgen, dass sie auch „dran bleibt“. Natürlich haben wir übrigen Gruppenmitglieder auch jeden Tag etwas gezeichnet.

Eine neue Technik erproben

Gelbe Fläche mit roter Zeichnung

Bei mir stand am Anfang nur die Idee, mal am Computer zu zeichnen. Das hatte ich noch nie gemacht. Ich nahm mir vor, das Programm Paint auszutesten. Die Entscheidung für Paint war einfach: Das Programm war schon auf meinem Rechner. Ich brauchte mir also keine Gedanken um die Technik zu machen und konnte gleich ans Zeichnen gehen.

In den ersten Tagen habe ich erstmal die Zeichengeräte getestet. Pinsel, Stift, Radierer und alles was es sonst noch gibt. Die Farbpalette hat mich am meisten begeistert. Anstatt gegenständlich zu zeichnen, habe ich einfach Farbflächen gestaltet. Am ersten Tag wurde meine Fläche bunt. Ich musste doch mal gucken, was es so gibt. Dann habe ich nach und nach die Anzahl der Farben auf einer Fläche verringert. So lange bis ich im Ton-in-Ton Bereich angekommen war. Ich zeichnete blau in blau, grün in grün und gelb in gelb.

Farbflächen als Therapiemethode

Gelber Raum (Ratna) mit Padmasprengseln. Bild: Clia

Völlig versunken ins Tun, konzentriert auf eine Farbe (manchmal zwei) dämmerte mir erst in der dritten Wochen, was ich da malte. Ich schuf mir nämlich jeden Tag die Stimmung, die ich gerne haben wollte. An müden Tagen wurde mein Bildschirm rot und ich selber wieder wach. An Tagen an denen ich mich völlig ausgelaugt fühlte, gab ein leuchtendes Orange wieder neue Kraft. Tatsächlich wirkte die Farbe auf mich so stark, dass innerhalb von wenigen Sekunden mein Herzschlag kräftiger, mein Puls schneller und meine Atmung tiefer wurde.

Gestern abend habe ich eine Rede gehalten. Da habe ich vorher ein blaues Bild gemalt. Das hat meine Konzentration geschärft und meine Worte gebündelt. Heute habe ich frei und Lust auf ein buntes, leuchtendes Bild, in dem alle fünf Farben auftauchen. Nachdem die Rede gestern so gut gelaufen ist, muss ich das ein wenig feiern. 😉

Das Besondere beim Malen am Bildschirm ist übrigens, dass die Farben so kräftig leuchten, wie sie es auf Papier oder Leinwand nie tun würden. Das trägt sicher auch nochmal zu ihrer Wirkung bei.

Weiterführende Links

#bild27 #30skizzen

Mehr über die fünf Weisheitsenergien gibt´s auf den Seiten vom Five Wisdoms Institute. Eine Kurzfassung dieser umfangreichen Infos findet Ihr bei dem buddhistischen Magazin  Lions Roar. Dort hat Irini Rockwell, die Leiterin vom Five Wisdoms Institut, das Wichtigste über die fünf Weisheitsenergien (auch bekannt als die fünf Buddhafamilien) zusammengefasst.

Danke

Ich danke der Freiraumfrau, Angelika Bungert-Stüttgen für die Gruppe #30skizzen. Ohne diese Gruppe wäre ich nie auf die Idee gekommen, mit den Farben der fünf Weisheitsenergien am Bildschirm zu arbeiten. Und ich danke ebenso dem Bildhauer Matthias Heidel von Shambhala Frankfurt. Matthias hat mich vor Jahren als erster mit den fünf Buddhafamilien bekannt gemacht.

 

 

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