Der Weg zum Glück: Metta-Meditation mit Sharon Salzberg

Das Herz aller Religionen ist die Praxis von Liebe und Mitgefühl. Der Buddhismus, der manchmal auch als Wissenschaft des Geistes bezeichnet wird, lehrt seit mehr als 2500 Jahren Methoden, die dabei helfen sollen, Glück und liebevolle Zuwendung zu entwickeln. Gleichermaßen für sich selbst und alle anderen Wesen.

Die amerikanische Meditationslehrerin Sharon Salzberg hat sich auf die Methode Metta-Meditation spezialisiert. Bei der Metta-Meditation (auch bekannt als Maitri-Meditation, Bodhicitta-Meditation, Lovingkindness-Meditation, Liebende-Güte-Meditation, Liebes-Meditation, Herz-Meditation und Herzensgüte-Meditation) geht es darum, die Fähigkeit zu wohlwollender Zuwendung und Fürsorge weiterzuentwickeln, die in jedem Menschen von Anfang an vorhanden ist.

Es gilt, gleichermaßen Liebe und Mitgefühl für sich selbst, alle anderen Wesen sowie zur Erde zu kultivieren. In der Reihenfolge der Übung beginnt man dabei meist mit der Selbstliebe.

Das bedeutet laut Sharon und der amerikanischen Feministin bell hooks aber keineswegs, dass man erst perfekt in Selbstliebe sein muss, ehe man einen Anderen lieben kann. Tatsächlich lassen sich die Selbstliebe und die Liebe zu anderen Wesen durchaus gleichzeitig entwickeln.

Und so liegt bei der Metta-Meditation die Betonung nicht nur auf „Metta für sich selbst“. Vielmehr geht es um die Verbundenheit von allem Leben. Denn nur wenn alle Wesen glücklich sind und sich geliebt fühlen und auch mit der Erde gut umgegangen wird, gibt es auch für alle die Freiheit von Gefahr und Leid.

Der vietnamesische Zenmeister Thich Nhat Hanh hat für diese Verbundenheit allen Lebens den Begriff Interconnectedness geprägt.

Diesen Begriff verwendet auch Sharon Salzberg, die jedes Jahr im Februar zu einem 28-tägigen Online-Meditations-Kurs einlädt. Ich habe bereits mehrfach an dieser Real Happiness Meditation Challenge teilgenommen und möchte sie Euch gerne hier vorstellen.

Vielleicht habt Ihr ja Lust, dabei zu sein?

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Wintersonnwende – Zeit der Rauhnächte

Heute ist der dunkelste Tag des Jahres. An keinem anderen Tag in diesem Jahr steht die Sonne am Mittag so niedrig am Himmel wie heute. Und an keinem anderen Tag geht sie früher unter.

Die Zeit der Rauhnächte und Rituale beginnt. Altes, Überflüssiges soll bis zum 6. Januar beendet, Neues begonnen werden.

Aber mal ganz ehrlich: Glaubt wirklich irgendjemand daran, dass man innerhalb von knapp zwei Wochen sein Leben verändern kann? Sind in Wahrheit nicht viele Monate nötig? Manchmal sogar Jahre? Weiterlesen

Walk with me: Dokumentarfilm über die achtsame Gemeinschaft im buddhistischen Kloster Plum Village

Filmplakat

„Walk with me“ ist ein Dokumentarfilm über die achtsame Gemeinschaft im buddhistischen Kloster Plum Village in Südfrankreich. Das Kloster wurde 1982 von dem  vietnamesischen Zenmeister Thich Nhat Hanh gegründet. Der Mönch durfte nach einer USA-Reise in den 1960ern nicht mehr in seine Heimat zurückkehren.

Der Film wurde von den Regisseuren Marc Francis und Max Pugh wie eine lange Bildmeditation angelegt. Er zeigt den Alltag der Nonnen und Mönche. Der Zuschauer soll eintauchen in die Welt von Plum Village und dabei für 94 Minuten Gast der Community sein.

Ich habe den Film vor Kurzem in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden gesehen und finde, die Regisseure haben ihr Ziel erreicht. Weiterlesen

Der Opfer des Nationalsozialismus gedenken: Stolpersteine putzen am 9. November

5 frisch geputzte Metallsteine
Stolpersteine in der Karlstraße in Wiesbaden

Heute, am 9. November 2017, jährt sich die Reichsprogromnacht zum 79. Mal. Und überall in Europa werden an diesem schaurigen Gedenktag, auch bekannt als Reichskristallnacht, Stolpersteine geputzt.

Stolpersteine ist „ein Kunstprojekt für Europa“ von Gunter Demnig. Seit 1992 verlegen Demnig und seine Helfer Stolpersteine vor den Häusern, aus denen die Nazis Juden, Zigeuner, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer verschleppt haben.

Idealerweise sollten die Metall-Steine regelmäßig geputzt werden, damit man die eingravierten Namen und Todestage der Opfer lesen kann. Traditionell geschieht das zum oder am 9. November.

Schulklassen und Nachbarn machen sich an diesem Tag mit Eimerchen, Lappen und Metallreiniger auf den Weg, um die Steine zu putzen.

Ihr könnt noch den ganzen Tag bei der Putz-Aktion mitmachen. Schaut Euch einfach mal in Eurem Viertel um. Da liegen bestimmt auch schon Stolpersteine.

Tipps für die Reinigung findet Ihr hier. Und eine Karte der Steine dort. – Ich habe übrigens die Steine vor dem Haus gegenüber meiner Wohnung gereinigt.

Biennale des Bewegtbildes im Nassauischen Kunstverein: The Desire Called Utopia and Other Science Fictions

Leinwand im dunklen Raum mit Blick auf die erleuchtete Straße.
Pinar Yoldas (Türkei): The Kitty AI: Artificial Intelligence for Governance / Video-Installation. Im Hintergrund: die Wilhelmstraße.

Nur wenige kennen den Nassauischen Kunstverein (NKV) in Wiesbaden. In einer alten Villa an der Wilhelmstraße fristet er eine Art Schattendasein zwischen Staatstheater, Literaturhaus und dem ebenfalls oft völlig unterschätzten Museum für Natur und Kunst..

Die Wiesbadener Wilhelmstraße ist so sehr für ihre teuren Geschäfte bekannt, dass man gar nicht auf die Idee kommt, dass die „Rue“ gleichzeitig die führende Kulturmeile der Stadt sein könnte. Und das ist für die Kulturbetriebe ein echtes Marketingproblem.

Tatsächlich ist der quirlige, moderne, 170 Jahre alte Nassauische Kunstverein nicht nur das Zentrum für zeitgenössische Kunst in der hessischen Landeshauptstadt. Im Moment gehört er (neben Ausstellungsorten in Frankfurt, Darmstadt und Bad Homburg) zum Parcours der B3 Biennale des bewegten Bildes, einer Veranstaltung der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Die Ausstellung The Desire Called Utopia and Other Science Fictions zeigt Arbeiten von zehn internationalen Künstlern, darunter mehrere Video-Installationen. Gleichzeit laufen im 3. Stock, hinter der Fluxus-Dauer-Installation „Bens Bar“, zwei Kurz-Filme des 30. Exground Film Festivals. (Das eigentliche Exground Film Festival findet von 17. bis 26. November in der Caligari Filmbühne, im Murnau Filmtheater und im Kulturpalast statt.)

Ich war am Freitag bei der Eröffnung von „The Desire Called Utopia and Other Science Fictions“ im Nassauischen Kunstverein und habe ein paar Schnappschüsse für Euch mitgebracht.

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Achtsamkeitstag in der Tradition des Zenmeisters Thich Nhat Hanh

Eingangstor von Außen. Eine großes dreiteiliges Tor.
Eingang zum Meditationsraum in Wiesbaden-Biebrich

Heute jährt sich der Todestag von Ayya Khema, meiner ersten buddhistischen Lehrerin, zum 20. Mal. Ayya verließ ihren Körper am 2. November 1997, zweieinhalb Jahre nachdem ich ihr das erste Mal begegnet bin.

Ihre Bücher kannte ich schon länger. „Sei Dir selbst eine Insel“  las ich bereits Anfang der 1990er. Und verstand…….nichts. Heute ist das Buch meine „Bibel“ und ich meditiere fast täglich.

Trotzdem ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, mit einer Gruppe zu sitzen. Besonders an einem Achtsamkeitstag. So wie ihn am vergangenen Sonntag in Wiesbaden-Biebrich eine der Rhein-Main-Sanghas des vietnamesischen Zenmeisters Thich Nhat Hanh veranstaltete. Weiterlesen